Musikalische Andacht zum Tag der Deutschen Einheit

Am 3. Oktober 2026 fand in der St. Bartholomaei-Kirche in Demmin eine musikalische Andacht anlässlich des Tages der Deutschen Einheit statt. 36 Jahre nach der Wiedervereinigung bot die Andacht Gelegenheit, auf den Herbst 1989 zurückzublicken und darüber nachzudenken, was Freiheit, Einheit und Demokratie für unser Zusammenleben bedeuten. Musikalisch gestaltet wurde die Andacht von Christina Meißner am Cello und Reinhard Seeliger an der Orgel. Die Andacht hielt Pastorin Uta Voll.

„Wir sind das Volk“ – ein Ruf, der bis heute nachwirkt

In seiner Ansprache erinnerte Bürgermeister Thomas Witkowski an die Menschen, die 1989 mit Kerzen auf die Straße gingen und friedlich für Freiheit und Veränderung eintraten. Dabei ging er auch auf den Ruf „Wir sind das Volk“ ein: „Und wir wissen aus unserer Geschichte, wie gefährlich es ist, wenn jemand behauptet, allein für ‚das Volk‘ zu sprechen. 1989 haben die Menschen gerufen: ‚Wir sind das Volk.‘ Damit meinten sie: Wir alle, in unserer Vielfalt, mit unseren verschiedenen Meinungen. Wer heute behauptet, nur er oder seine Gruppe sei das Volk, der verdreht diesen Ruf in sein Gegenteil.“

Der Bürgermeister machte zugleich deutlich, dass Demokratie kein Zustand, sondern eine Aufgabe sei. Sie lebe davon, dass Menschen miteinander im Gespräch bleiben, unterschiedliche Meinungen aushalten, Verantwortung übernehmen und sich für ihre Gemeinschaft einsetzen. Auch der Blick auf Demmin nahm in der Rede einen wichtigen Platz ein. Die Stadt habe eine schwierige Geschichte, sei aber zugleich geprägt von Menschen, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen und ihre Zukunft mitgestalten.

„Demmin ist mehr“ – mehr als seine Geschichte, mehr als einzelne schwierige Tage und mehr als das Bild, das andere von der Stadt zeichnen. Die musikalische Andacht zum Tag der Deutschen Einheit verband damit Erinnerung und Musik mit einem Blick auf die Gegenwart und die gemeinsame Verantwortung für ein demokratisches und respektvolles Miteinander.