Erlebnisreiche „24. Demminer Ogeltage“ mit vielseitigem Programm

Orgelförderverein Demmin e.V.                                                                          

Ein anspruchsvolles und vielseitiges Programm bot sich nicht nur Orgelliebhabern am Wochenende vom 11. bis zum 13. September 2026. Bereits am Freitagabend konnte Altbürgermeister Ernst Wellmer als Schirmherr die „24. Demminer Orgeltage“ eröffnen und die hochkarätigen Musiker Jens Goldhardt aus Gotha und Sören Birke aus Berlin, neben den Gästen aus Demmin und der Umgebung, in der St. Bartholomaeikirche willkommen heißen. Das Festkonzert bot zunächst  unterschiedliche Coralvariationen alter und neuer Meister, gekonnt gespielt auf der Buchholz-Grüneberg-Orgel. Nach einer Pause und der Möglichkeit, bei einem Glas Wein oder Saft mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen, folgte zum Thema „In Mir Frieden“ vollständig improvisierte Musik mit unterschiedlichen, zum Teil manchem der Zuhörer bisher unbekannten Instrumenten. So war neben der Orgel die Duduk (ein Doppelrohrblattinstrument) und eine Maultrommel -neben mehreren anderen Klangeffekten- zu hören. Die Anwesenden sollten „die Augen schließen und im Hören Ruhe und inneren Frieden finden in der momentan friedlosen Zeit“. Ernst Wellmer erinnerte an den 11. September vor 25 Jahren, der uns immer wieder zum Nachdenken anregen sollte. Mit lang anhaltendem, stehendem Beifall dankten die Anwesenden begeistert für dieses besondere Konzert. Der Samstag begann dann für die 50 Teilnehmenden mit einer Fahrt im ausgebuchten Reisebus zur Stadtkirche in Bad Sülze, die aus dem 13. Jhdt. stammt. Herzlich begrüßt wurde die Gruppe von Pastorin Annemarie Hasenpusch und KMD Prof. Thomas K. Beck. Beide informierten über die Besonderheiten der Kirche und ihre Orgel, erbaut 1772 von Christian Heinrich Kersten mit nur einem Manual und Pedal. Im Laufe der Jahre hatte sie mehrere Umbauten und Veränderungen erfahren. Thomas K. Beck erfreute die Gäste hier mit einer Orgelmatinee und erhielt viel Beifall. Es erklangen Werke von Mendelssohn Bartholdy, Bach und Madsen. Auf dem Marktplatz vor der Kirche konnten die Orgelfahrtteilnehmer anschließend auch noch überraschend den Beginn des Festumzuges zur diesjährigen Dahlienschau miterleben, bevor zu einem gemeinsamen Mittagessen in Dettmannsdorf eingeladen wurde. Dann ging die Fahrt weiter nach Kenz, wo Pastor Kai Steffen Völker die Gäste in der St. Marienkirche erwartete. Die ehemalige Wallfahrtskirche aus dem 14. Jhdt. wurde nahe einer heilkräftigen Quelle errichtet, deren Wirkung natürlich sofort „getestet“ wurde. In der schönen Kirche konnte u.a. ein außergewöhnliches aufklappbares Grabmal mit dem Kenotaph (Scheingrab) des Herzogs Barnim VI. und ein neugotischer Altar bewundert werden. Die frühromantische mechanische Orgel wurde 1847 von Johann Friedrich Schulze erbaut. Sie war bei einer „Musik für Violine und Orgel“ zu hören. Auf ihren Instrumenten begleiteten Swanhild und Martin Schulze den Demminer Organisten. Zu hören waren Werke von Stölzel, Dubois, Bach und Mendelssohn Bartholdy, wofür auch hier herzlich mit Applaus gedankt wurde. Nach dem gemütlichen Kaffeetrinken im Pfarrhaus ging es wieder zurück nach Demmin. Den Abschluss der diesjährigen Orgeltage bildete am Sonntag der Festgottesdienst, der mit einem Orgelvorspiel, dem „Magnificat“ von Buxtehude, eröffnet wurde. Gemeinsam mit Mitgliedern der Demminer Kantorei brachte die Jugendkantorei dann unter der Leitung von KMD Prof. Thomas K. Beck fünf Stücke aus der „Messe in A-Dur“ von Martin Vogt, begleitet von Georg Wagner auf dem Klavier, zur Aufführung. Das „Carillion“ von Vierne mit Thomas K. Beck an der Orgel beendete dann diesen besonderen musikalischen Gottesdienst. Unter starkem Beifall dankte Pastorin Uta Voll, die auch die Predigt hielt, zum Abschluss allen Mitwirkenden. Und gleich im Anschluss gab es erste Überlegungen für die Jubiläumsorgeltage im kommenden Jahr, auf welche sich viele „Dauergäste“ schon jetzt freuen.