Ein Hauch von schottischen Highlands und Emotionen bei einer Verabschiedung

Am 10. Oktober fand in der Beermann-Arena in Demmin das Bläserfest in seiner siebenten Auflage statt. Rund 90 Musikerinnen und Musiker gestalteten das musikalische Ereignis in der gut gefüllten Halle vor etwa 380 Gästen. Unter den Besuchern konnten auch der Stadtpräsident Eckhardt Tabbert und Ronny Szabó, stellvertretender Bürgermeister der Hansestadt Demmin und Vereinsvorsitzender des Kunst- und Kulturvereins Demmin e. V., begrüßt werden. Der Verein ist Ausrichter und Mitorganisator des Demminer Bläserfestes.

Das Demminer Bläserfest ist geprägt von Regionalität und der Vielfalt der Blasmusik. So erklingen seit Beginn der Veranstaltung im Jahr 2018 Jagdsignale, Volkslieder, kirchliche und klassische Musikstücke, Bigband-Sound, Schalmeien und natürlich die klassische Blasmusik. Auch die Versorgung der Gäste wurde wieder von Schülerinnen und Schülern des Abiturjahrgangs des Goethe-Gymnasiums Demmin übernommen.

Vor Beginn der Veranstaltung stimmte das Quintett der Demminer Blasmusik das Publikum musikalisch mit einem Marsch, einem Walzer und einer Variation des Titels „Oh When the Saints“ ein.

Mit musikalischer Begleitung der Schalmeienkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Malchin e. V. marschierten pünktlich um 14.00 Uhr alle Musikerinnen und Musiker unter großem Beifall der Besucher in die Halle ein.

Durch das Programm führten die drei Moderatoren Katja Stoll von den Tollensetalern, Uwe Anders, ein Blasmusikliebhaber, der durch seine Frau eng mit dem Demminer Blasmusik verbunden ist, und Holger Lonschinski von der Demminer Blasmusik. Nach der Begrüßung des Publikums stellten sie die einzelnen Musikgruppen vor. Katja Stoll nutzte dabei die Gelegenheit, das ehrenamtliche Engagement der Musikerinnen und Musiker hervorzuheben. Sie investieren viele Stunden in Proben und Auftritte und nehmen dafür teilweise auch weite Wege in Kauf.

Sie dankte außerdem den Familien, Partnern und zahlreichen Unterstützern, ohne die dieses Engagement nicht möglich wäre.

Danach begann das musikalische Programm mit den Jagdhornbläsern Demmin 1978. Neben verschiedenen Signalen und Fanfaren präsentierten sie den Jägermarsch Nr. 3 und den „Jagdgruß aus Demmin“. Dafür erhielten sie vom Publikum viel Beifall. Erwähnenswert ist ebenfalls, dass die Jagdhornbläser bei zahlreichen jagdlichen Veranstaltungen, aber auch bei Dorf- und Familienfesten musikalisch aktiv sind.

Anschließend traten auf der zweiten Bühne die „Youngster“ auf. Gemeint ist damit die Bigband des Goethe-Gymnasiums Demmin, die das Publikum neben Klängen von Carlos Santana auch mit dem Gesang von Elena Saizew und Laura Drews in Stimmung brachte. Der Schlager „Ich will keine Schokolade“, gesungen von Laura Drews, kam besonders gut an. Einige Gäste tanzten sogar dazu.

In seiner Anmoderation zählte Holger Lonschinski einige musikalische Höhepunkte der Bigband aus dem zurückliegenden Jahr auf.

Als danach auf der gegenüberliegenden Bühne die gemeinsame Gruppe der Posaunenchöre Demmin und Beggerow auftrat, kamen die Töne etwas zur Ruhe. Ihrer musikalischen Bestimmung entsprechend spielten sie im ersten Teil ihres Programms drei geistliche Stücke.

Im zweiten Teil animierten sie jedoch das Publikum zum Mitsingen. Mit „Kein schöner Land“, „Ein Männlein steht im Walde“ und „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ brachten sie bekannte Volkslieder zu Gehör, die viele Besucher zum Mitsingen einluden.

Als besondere Höhepunkte sehen die Musikerinnen und Musiker ihre Teilnahme am Kirchenmusikfest in Lübeck vom 19. bis 21. Juni 2026 an, sowie die alljährlich in der Adventszeit in der St.-Bartholomaei-Kirche stattfindende „Weihnachtliche Bläsermusik im Kerzenschein“, die in diesem Jahr am 19.12.2026 stattfindet.

Als nächste Kapelle traten die Tollensetaler auf. Wie Moderator Uwe Anders hervorhob, ist die Kapelle etwas ganz Besonderes: Hier musizieren unter anderem vier Generationen einer Familie gemeinsam.

Die Tollensetaler begeisterten die Besucher anschließend mit schöner, klassischer Blasmusik. Für besondere musikalische Momente sorgte auch der Gesang von Camillo Orlemann und Peter Elie.

Zahlreiche Auftritte absolvieren die Tollensetaler in der Region, aber auch darüber hinaus. Ein besonderer Höhepunkt ist das alljährlich am letzten Augustwochenende stattfindende Sommer-Open-Air der Blasmusik in Neetzow. Dort treffen sich mehrere Blaskapellen aus nah und fern. Dabei entstehen musikalische Bekanntschaften und Freundschaften zwischen den Musikerinnen und Musikern. Es ist wie ein großes Familientreffen der Blasmusik.

Nach dem Auftritt der Tollensetaler folgte ein besonders emotionaler Höhepunkt des Nachmittags.

Ein Mitglied der Demminer Blasmusik wurde gewürdigt und verabschiedet. Wolfgang Ehrhardt begann vor 72 Jahren im Posaunenchor mit dem Musizieren. Dort erlernte er das Trompetenspiel. Im Jahr 1956 wechselte er zum damals noch jungen EOS-Blasorchester. Später engagierte er sich als Ausbilder, Leiter des Nachwuchsbereiches und schließlich als Orchesterleiter.

Bis zur Auflösung des Orchesters am 30. April 2015 blieb er diesem treu. Zudem gehörte er zu den Mitbegründern der Demminer Blasmusik, die sich am 1. Mai 2015 aus neun ehemaligen Orchestermitgliedern neu formierte.

Moderator Holger Lonschinski war anzumerken, wie emotional dieser Moment für ihn war. Schließlich kennt er Wolfgang Ehrhardt bereits seit 1973, als er selbst beim EOS-Blasorchester Demmin anfing. Die Mitglieder bedankten sich bei Wolfgang Ehrhardt mit einem kleinen Präsent und einem Gutschein und wünschten dem 85-Jährigen für die Zukunft alles Gute.

Auch der Stadtpräsident Eckhardt Tabbert, der Mitte der 1960er-Jahre selbst Mitglied dieses Orchesters war, sowie der stellvertretende Bürgermeister Ronny Szabó würdigten Wolfgang Ehrhardts langjähriges Engagement und überreichten ihm ebenfalls ein kleines Präsent. Anschließend verabschiedeten sich Musikerinnen und Musiker sowie das Publikum mit großem Applaus von ihm. Mit dem Titel „Schön, so wunderschön“, bei dem Wolfgang Ehrhardt im ersten Teil noch einmal als Solist auftrat und im zweiten Teil an seinen Sohn Maik übergab, wurde dann der Generationenwechsel vollzogen.

Danach wurde es wieder deutlich lauter. Die in diesem Jahr erstmals beim Demminer Bläserfest begrüßte Schalmeienkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Malchin marschierte musizierend zu ihrem Auftrittsort in der Mitte der Halle.

Die Malchiner zeigten eindrucksvoll, was mit Schalmeien alles möglich ist. Mit Titeln wie „Cordula Grün“, einem „Wolfgang Petry Medley“ und „Major Tom“ heizten sie die Stimmung im Saal ordentlich an und begeisterten Besucher und Musikerkollegen gleichermaßen.

Zu den Höhepunkten der Schalmeienkapelle zählen die Feier zum 30-jährigen Bestehen im November 2025 und die zahlreichen Auftritte bei verschiedensten Anlässen. Allein im Jahr 2026 absolvierte die Kapelle bereits 60 Auftritte.

Auf der Bühne ging es nach dem Auftritt der Schalmeien stimmungsvoll weiter. Die gemeinsame Kapelle der Demminer Blasmusik und der Trebelmusikanten aus Tribsees präsentierte als ersten Titel gleich einen Klassiker der Blasmusik: das „Trompeten-Echo“. Es folgten die beliebte Polka „Drei weiße Birken“ und der Schlager „Rote Lippen soll man küssen“.

Danach forderte Moderator Uwe Anders das Publikum auf, sich zurückzulehnen und die Augen zu schließen. Als es still geworden war, ertönte der Klang eines Dudelsacks. Michael Bach betrat, begleitet vom Moderator, die Halle.

Für einen Moment entstand das Gefühl, mitten in den schottischen Highlands zu sein. Doch der Dudelsackspieler war nicht nur als Solist gekommen. Gemeinsam mit den Tollensetalern, den Trebelmusikanten und der Demminer Blasmusik hatte er das Stück „Highland Cathedral“ einstudiert.

Das Musikstück wurde für Dudelsack und Orchester komponiert. Es klingt auf den ersten Blick schottisch, stammt jedoch aus der Feder zweier Deutscher: U. Roever und M. Korb.

Trotz seiner schottisch anmutenden Klänge wurde das Stück international sehr erfolgreich. Auch die drei Blaskapellen und Dudelsackspieler Michael Bach boten eine beeindruckende Aufführung, die das Publikum mit viel Applaus belohnte.

Zum Abschluss des Bläserfestes folgten zwei gemeinsame Titel aller Blaskapellen: die Polka „Auf der Vogelwiese“ und „Rosamunde“. Bei letzterem stimmten auch die drei Moderatoren im Refrain als Sänger mit ein und sorgten damit für einen fröhlichen Ausklang.

Kurz nach 17.00 Uhr wurden die Gäste verabschiedet. Zuvor gab es jedoch noch ein herzliches Dankeschön an alle Helfer und Unterstützer. Dazu gehörten der Kunst- und Kulturverein Demmin e. V., der Stadtpräsident Eckhardt Tabbert und die Stadtvertretung Demmin, Bürgermeister Thomas Witkowski und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Stadthandwerker, die Kita „Kinderhaus Regenbogen“ für die Anfertigung der Tischdekoration sowie die Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs des Goethe-Gymnasiums Demmin für die Bewirtung der Gäste. Ein Dank galt außerdem Bernd Wiesner für die Bereitstellung der Technik und natürlich dem tollen Demminer Publikum.

Holger Lonschinski bedankte sich zudem bei seinen Co-Moderatoren Katja Stoll und Uwe Anders sowie bei allen beteiligten Musikerinnen und Musikern, die das Fest mit ihrer Musik wieder zu einem besonderen Erlebnis gemacht hatten. Ein Erlebnis, das noch lange in den Köpfen und Herzen der Gäste und Musiker bleiben wird.

Mit Musik der Schalmeienkapelle marschierten schließlich alle Musikgruppen gemeinsam aus der Halle.

Ein schöner Nachmittag voller Musik, Gemeinschaft und Emotionen ging damit für die Gäste und alle Beteiligten zu Ende.