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VOLKSBUND 2017

Demmin, den 05.05.2017

"Geflohen - vertrieben - angekommen!? - Europa im Wandel

- Ausstellung über Schülerprojektwoche  im Demminer Rathaus eröffnet-

 

15 Schülerinnen und Schüler der Demminer Pestalozzi-Schule  und 15 vom polnischen Partnergymnysium Nr. 20 "Junge Europäer" aus Szczecin trafen sich vom 3. bis zum 7. April 2017 in der Jungendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm zu einer Projektwoche unter dem Thema: "Geflohen - vertrieben - angekommen!? - Europa im Wandel". Am 5. Mai konnten sie im Festsaal des Rathauses der Hansestadt über ihre Erfahrungen und Eindrücke berichten und gemeinsam mit dem Bürgermeister, Vertretern des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie ihrer Schulleiterin eine kleine Ausstellung eröffnen, die hier in den kommenden 4 Wochen besichtigt werden kann.

Nach einer herzlichen Begrüßung durch Bürgermeister und  VB-Regionalverbandsvorsitzenden Dr. Michael Koch, während derer er auch kurz über die Aufgaben des Volksbundes informierte,  berichteten die Jugendlichen in Wort und Bild über die intensive Beschäftigung mit dem Thema "Flucht und Vertreibung", das heute wieder ganz aktuell ist. Sie erfuhren Wesentliches über die Bombardierung Swinemündes 1945 durch amerikanische Flugzeuge und erkundeten -ausgestattet mit einem Stickerbogen und einem Lageplan- die Kriegsgräberstätte Golm.

Sie machten einen Rundgang durch die biografische Ausstellung "Gesichter des 12. März 1945" und legten zum Gedenken an die Kriegsopfer je eine Rose auf deren letzte Ruhestätte.

Ein weiteres Thema lautete: "Deutsche und polnische Jugendliche im 2. Weltkrieg". Ein Film und die anschließende Diskussion regte dazu an, gemeinsam über die eigenen Lebenswelten, Beeinflussungen und gesellschaftliche Zwänge in Geschichte und Gegenwart nachzudenken.

Spannend war natürlich auch eine Stadtrallye durch Swinemünde. Je zwei deutsche und zwei polnische Schüler versuchten gemeinsam, möglichst viele Sehenswürdigkeiten und Objekte zu finden, die mit der deutsch-polnischen Geschichte zu tun hatten. Die besten Ergebnisse wurden durch Fotos dokumentiert und mit Urkunden gewürdigt.

Ein besonderer Höhepunkt der Projektfahrt war sicherlich auch der Tagesausflug nach Peenemünde mit dem Besuch des Historisch-Technischen Museums. Hier wurde das Bestreben Nazideutschlands deutlich sichtbar, sich mit modernster Raketentechnologie eine militärische Überlegenheit zu schaffen. Dem Mythos der Rakete steht die sehr reale Erfahrung der Opfer gegenüber, war man sich einig. Der Nutzen und zugleich die Gefahren technischen Fortschritts waren hier für die jungen Besucher besonders erkennbar.

In der "Phänomenta" gingen die Schülergruppen dann auf eine spannende Entdeckungsreise durch die faszinierende Welt der physikalischen Gesetze und menschlichen Sinne.

"Dieses deutsch-polnische Projekt diente dazu, die teilnehmenden Schüler in die Lage zu versetzen, geschichtliche Zusammenhänge zu erkennen und einzuordnen, eine klare Stellung zu  Ereignissen im Zweiten Weltkrieg zu beziehen und auch Gefühle zuzulassen," so die Lehrerin Regina Wiese, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Jutta Voß die Gruppe begleitete. Die besprochenen verschiedenen Projekte und Themen trugen dazu bei, Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Traditionen zu entwickeln und schlugen Brücken von der Vergangenheit in die Gegenwart. "Darüber hinaus sollte die Projektwoche einen aktiven Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gedenk- und Erinnerungskultur in Europa leisten sowie die Schulpartnerschaft festigen." Regina Wiese dankte gemeinsam mit Schulleiterin Dörte Bretsch dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Landeszentrale für politische Bildung für die finanzielle Unterstützung dieser Projektwoche und erinnerte an die Worte des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck "Mehr Europa zu denken, mehr Europa  zu gestalten - dazu sind wir gerade heute wieder aufgerufen. Denn nur indem wir Ängste überwinden, werden wir unserer Verantwortung für Europa gerecht."

Volksbund-Stadtverbandsvorsitzender Ernst Wellmer dankte seinerseits der Pestalozzi-Schule für die langjährige gute Zusammenarbeit und Unterstützung der Aktivitäten des Verbandes. Er überreichte Schulleiterin Dörte Bretsch eine entsprechende Anerkennungsurkunde und ein Buch über "Die dunklen Jahre von Schwarzenpfost", in welchem darüber berichtet wird, wie Gelbensander Schüler deutsche Geschichte erforschen und daraus ihre Lehren ziehen. "Vielleicht eine kleine Anregung für zukünftige Projekte hier vor Ort," so der Altbürgermeister. Er sagte gemeinsam mit Kreisgeschäftsführer Günter Behnke weitere gemeinsame Projekttage auf den Demminer Kriegsgräberstätten zu.

Allen Beteiligten war es wichtig, diese Ausstellung auch als Beitrag zum 8. Mai verstanden zu wissen.

 

Fotoserien zu der Meldung


VOLKSBUND 2017 (05.05.2017)