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Stilles Gedenken an Demminer Suizidopfer

Demmin, den 06.05.2019

Mit einem stillen Gedenken erinnerten am 03. Mai 2019 Abordnungen von Stadtverwaltung und –vertretung, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie weitere Bürgerinnen und Bürger, begrüßt von Bürgermeister Dr. Michael Koch,  an das Kriegsende in Demmin.

Nachdem am 30. April 1945 die letzten deutschen militärischen Verbände die Stadt fluchtartig verlassen und hinter sich die Brücken gesprengt hatten, rückten gegen Mittag sowjetische Truppen in die Stadt ein.

Insbesondere nach dem 1. Mai kam es zu Plünderungen, Vergewaltigungen und Brandschatzungen, in deren Folge sich Hunderte verzweifelte Demminerinnen und Demminer, teilweise mit ihren Kindern, das Leben nahmen.

Ihnen zum Gedenken wurde auf dem Friedhof in der Jarmener Straße ein kleiner Obelisk errichtet. Um ihn herum befinden sich die Massen- und Einzelgräber dieser Kriegstoten. Weitere, etwa 400 Kinder, wurden auf einem sich anschließenden  Friedhofsteil bestattet.

Am Obelisken des 45-er Gräberfeldes und an der Gedenktafel, die seit der politischen Wende auf das unfassbare Geschehen als Folge des von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieges in der Hansestadt hinweist, legten die Teilnehmer Kränze und Blumengebinde als Zeichen der Trauer und der Mahnung für den Frieden nieder. Sie waren sich einig, dass nie wieder von deutschem Boden ein Krieg ausgehen darf.

Mit einem Orgelkonzert, einer Andacht sowie dem Entzünden von 1.000 Kerzen wurde in der St. Bartholomaeikirche dieses Gedenken am 04. Mai 2019 fortgesetzt.

2018 hatte die Kantorei Demmin im Vorfeld des 08. Mai mit der bewegenden Aufführung von Mozarts „Requiem“  gemeinsam mit den Einwohnern der Stadt der zahllosen Suizidopfer gedacht. Für den 75. Jahrestag des Kriegsendes im kommenden Jahr ist ein ähnliches Konzert in Vorbereitung.

 

 

3 Fotos: (Dirk Ahrend)

 

 

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Stilles Gedenken an Demminer Suizidopfer (06.05.2019)