Drucken
 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Hansestadt Demmin

Demmin, den 21.10.2019

Demminer Mitgliederversammlung im Zeichen des VOLKSBUND-Jubiläums

 

Die Mitglieder des Demminer Ortsverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge trafen sich am 17. Oktober 2019 im Festsaal des Rathauses, um den 100. Jahrestag der Gründung ihres Verbandes zu würdigen.

„Er wurde am 16. Dezember 1919 in Berlin gegründet und arbeitet heute im Auftrag der Bundesregierung mit Unterstützung seiner ca. 300.000 Mitglieder und Spender. Unser Regionalverband hat derzeit 71 Mitglieder; davon gehören 22 zum Stadtverband Demmin“, so dessen Vorsitzender Ernst Wellmer.

„17 Millionen Tote des Ersten Weltkrieges und 55 Millionen Tote des Zweiten Weltkrieges sind das furchtbare Ergebnis von Nationalismus, Diktatur und Völkermord. Die Kriegsgräber und die Gedenkstätten für die Toten und Vermissten sind Orte der Trauer und der Erinnerung. Sie mahnen uns zu Verständigung, Versöhnung und Frieden. … Heute wächst der Nationalismus erneut. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir gemeinsam der Opfer der Kriege gedenken und uns über Grenzen hinweg über vergangenes Leid, dessen Ursachen und die Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander austauschen. … Kriegsgräberfürsorge ist Arbeit für den Frieden in Europa“, zitierte der Altbürgermeister aus einem gemeinsamen Aufruf der Repräsentanten aller Verfassungsorgane der Bundesrepublik, die darin auch ihre Unterstützung für die Arbeit des Volksbundes zusagten.  „Mehr Würdigung kann unsere Arbeit -meine ich- kaum finden“, so Ernst Wellmer.

Er wertete die kürzlich in der Hansestadt durchgeführte Landesgeschäftsführer- tagung aus und informierte über aktuelle Vorhaben. So bemüht sich der Regionalverband u.a. um eine Ausstellung zum Volksbundjubiläum.

Die offizielle Auftaktsammlung für die Volksbundarbeit findet in Demmin am 05. November 2019 statt. Wer teilnehmen möchte, kann um 09.30 Uhr Büchse und Sammlerausweis erhalten.

Die Gedenkstunde zum Volkstrauertag am 17. November beginnt um 09.00 Uhr in der Friedhofskapelle in der Jarmener Straße. Nach einer Ansprache des Ortsvorsitzenden erfolgt die Kranzniederlegung auf dem 45-er Gräberfeld. Hier wird Bürgermeister Dr. Michael Koch das Totengedenken sprechen.

Weiterhin wurde informiert, dass dem 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges im Mai 2020 eine besondere Aktion der evangelischen Kirchengemeinde gewidmet ist, die von Volksbundmitgliedern unterstützt wird. Ein „Demminer Trauertuch“ soll entstehen. Es setzt sich zusammen aus über 1.000 Stoffquadraten mit dem Motiv „dunkles Kreuz auf hellem Untergrund“, die anschließend zu einer Patchworkdecke (oder mehreren) zusammengenäht und im Kirchenschiff von St. Bartholomaei angebracht werden. „Die Kreuze sollen an die vielen Suizidopfer und das damit verbundene Leid in unserer Stadt erinnern“, so Wellmer. Das Anliegen wird lt. Pastor Karsten Wolkenhauer von Gemeinden im In- und Ausland unterstützt. Auch der Demminer Handarbeitskreis wirkt dabei mit. Zwei gemeinsame Nähworkshops sind für den 26.10. und den 16.11.2019 im Gemeindehaus geplant.

Eingeladen wurde zu einer weiteren Mitgliederfahrt zur Einbettung von Kriegstoten in Stare Czarnowo (Polen) im April nächsten Jahres und zu einem gemeinsamen Besuch der Gedenkorte in Neubrandenburg.

Bürgermeister Dr. Michael Koch informierte, dass der Diebstahl der zwei Sitzbänke auf der Gedenkstätte für die sowjetischen Kriegsgefangenen in der Woldeforst bisher nicht aufgeklärt werden konnte. Seitens der Stadt wird nunmehr im kommenden Frühjahr eine neue Bank aufgestellt.

Zwei Lichtbildervorträge über Kriegsgräberstätten in El-Alamein und in Namibia von Karsten Behrens und Günter Behnke gaben anschließend einen interessanten Einblick in die Trauer- und Erinnerungskultur anderer Länder und das Wirken des Volksbundes.

Mit einem herzlichen Dankeschön  für die jahrelange Unterstützung der Volksbundarbeit durch die Hansestadt, die Demminer Mitglieder und alle Spender wurde die Zusammenkunft beendet.

 

 

Fotoserien zu der Meldung


Mitgliederversammlung VOLKSBUND (21.10.2019)