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Jahresempfang der Hansestadt Demmin 2017

Demmin, den 09.03.2017

Am 09. März 2017 konnte Bürgermeister Dr. Michael Koch wieder zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Verwaltung, Sport und Kultur in der Demminer Tennishalle zum Jahresempfang begrüßen. Unter ihnen die Landtagsabgeordneten Janine Rösler, Franz-Robert Liskow, Sandro Hersel, die Bürgermeister aus den Städten Loitz, Greifswald und Altentreptow sowie hochrangige Vertreter des Städte- und Gemeindetages und von der IHK.

Nahezu 250 Gäste erhoben sich nach der Begrüßung von ihren Plätzen, um mit einer Schweigeminute dem kürzlich verstorbenen Ehrenbürger Dr. Hans-Joachim Schwerin und dem Träger der Ehrenmedaille Rudi Bobzin ihre Ehrerbietung zu erweisen. Nach den Grußworten von Stadtpräsidentin Christiane Sack und dem Jahresrückblick durch Bürgermeister Dr. Koch wurden die Ehrungen durchgeführt. Aufgrund einer schweren Erkrankung konnte die Verleihung der Ehrenbürgerschaft, die höchste Auszeichnung der Hansestadt Demmin, an Karl-Heinz Schlösser nicht stattfinden. Jedoch wurde in einer Laudatio sein Wirken für unsere Stadt hervorgehoben und er selbst kam in einem kurzen Videoeinspiel zu Wort. Die Laudationes für die Auszeichnungen mit der Ehrenurkunde der Hansestadt Demmin von Frau Marion Sartowski und Frau Ricarda Faber verlas die Präsidentin der Stadtvertretung. Dr. Koch dankte allen Anwesenden, insbesondere der Demminer Band „Decent Rocks“, welche für die musikalische Umrahmung sorgte, dem Team des Hotel und Restaurant „Trebeltal“ für die tolle Bewirtung und wünschte allen Demminerinnen und Demminern noch viel Glück und Erfolg für die restlichen Monate des Jahres 2017.

 

 

 

Laudatio für Herrn Karl-Heinz Schlösser von Bürgermeister Dr. Koch

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

heute wollten wir ursprünglich den Beschluss der Stadtvertretung vom 22. Juni 2016 umsetzen und Karl-Heinz Schlösser zum Ehrenbürger unserer Hansestadt ernennen. Wie Sie es alle aus der Presse erfahren konnten, ist Herr Schlösser jedoch erkrankt und kann die Ehrung heute nicht persönlich entgegennehmen. Wünschen wir ihm von dieser Stelle gute Besserung und alles erdenklich Gute. Nach dem heutigen Tag ist es an uns, einen würdigen Rahmen für die Verleihung zu finden. Gestatten Sie mir jedoch, ein paar Worte über Herrn Schlösser zu verlieren. Herr Karl-Heinz Schlösser ist seit seiner Geburt vor 82 Jahren Demminer. Dies alleine ist noch keine Legitimation für die höchste Auszeichnung in unserer Hansestadt. Andere Leistungen Schlössers, zum Beispiel für Kunst und Kultur - auch über die Stadtgrenzen Demmins hinaus -schon. Gleiches gilt für sein literarisches Wirken, mit dem er auch oftmals polarisierte. Aber wir alle müssen auch kritikfähig sein. Vielleicht ist es auch ein wenig das, was er uns damit kundtun will. Eins kann man Herrn Schlösser nicht vorwerfen, Angepasstheit. So hielt er es sein Leben lang, ob in der Zeit als Junge im Nationalsozialismus, in der DDR oder im geeinten Deutschland. Er wollte und will noch heute polarisieren. Er sorgte aber auch durch seine Arbeiten, nicht zuletzt mit seinem Buch „Meine Begegnungen mit der Malerin Ilse von Heyden-Linden“ dafür, dass Demmin auch weit über die Stadtgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt. Herr Schlösser ist als Maler, Bildhauer, Autor und durch sein vielfältiges, persönliches und langjähriges Engagement in Kunst, Kultur und Bildung ein Vorbild, auf das Demmin mit Stolz schauen kann. Neben seinem Wirken zeichnet ihn aber etwas ganz Besonderes aus. Dies ist seine unendliche Heimatliebe zu seiner Stadt. In seinem jetzt erschienenen Buch „Vertreibung aus dem Paradies – Eine Kindheit in Demmin“, wird dieses immer wieder deutlich. Ich zitiere: „Meine Stadt ist klein. Immer klein gewesen. Großes kommt nicht aus ihren Mauern. Wer mehr will, muss über den Ort hinaus. Ich habe das niemals geschafft. Nie gewollt, ist richtiger gesagt. Ich habe hier tiefe Wurzeln geschlagen. Die konnte keiner ausgraben und woanders wieder einpflanzen. Sie wären nur abzuhacken gewesen und dann verdorrt.“ Neben den vielen kritischen Zeilen, die er in seinem Leben bisher schrieb, sind diese in meinen Augen eine wundervolle Ehrerbietung gegenüber seinem Demmin.