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Pommerscher Diakonieverein e.V.

Demmin, den 01.02.2017

Demminer Kirchplatzhäuser feierten 20-jähriges Jubiläum

 

Bei fröhlichem Singen, begleitet von der Musizierwerkstatt des Bürgerhafens Greifswald, und gemeinsamem Kaffeetrinken wurde am 1. Februar 2017 an die umfangreiche Sanierung bzw. den Neubau der alten "Kirchplatzhäuser" in Demmin vor 20 Jahren erinnert. Regionalleiterin Birgitt Küthe vom Pommerschen Diakonieverein hatte dazu Gäste eingeladen, die damals zum Gelingen des Vorhabens beigetragen hatten bzw. heute Verantwortung im Verein tragen. Und natürlich waren die Mieter der altersgerechten Wohnungen ebenso dabei, wie die Bewohner des neuen Wohn- und Servicehauses am Markt, in dessen Mietertreff gefeiert wurde. Gleich zu Beginn bekam die erste Bewohnerin der "neuen" Kirchplatzhäuser, Walli Schumann, einen Blumenstrauß überreicht. Sie ist heute -mit fast 92 Jahren- immer noch hier zu Hause.

Der Vorsteher des Diakonievereins, Pastor Dr. Michael Bartels, hieß alle Anwesenden, darunter Bürgermeister Dr. Michael Koch, Altbürgermeister Ernst Wellmer, heute Mitglied im Kuratorium des PDV, sowie den langjährigen Amtsleiter der Hansestadt, Günter Behnke, herzlich willkommen und unterstrich sodann die Beweggründe des PDV für die Realisierung dieses und vielfältiger anderer Vorhaben in Demmin: "Wichtig sind nicht in erster Linie die Gebäude, die hier errichtet wurden, sondern die Menschen, die in ihnen wohnen und leben und für die wir mit unseren Angeboten da sein dürfen!" Die Entwicklung der Wohnangebote des Vereins würden "als Entwicklung von (Wohn-)Raum zur individuellen Lebensgestaltung verstanden, die ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung in der täglichen Lebensführung bietet", so der Vorsteher. "Im Rahmen der Inklusion sind die Wohnangebote des Pommerschen Diakonievereins folglich dahingehend gestaltet, dass sie auch soziale (Service-)Leistungen beinhalten, die die Lebensqualität optimieren." Michael Bartels dankte der Stadtverwaltung und -vertretung für jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit und Unterstützung und sicherte weiteres Engagement seitens des PDV in Demmin zu.

Dieses Dankeschön gab Ernst Wellmer mit ebenso herzlichen Worten gern zurück. "Wir waren und sind sehr dankbar für den vielfältigen Einsatz des Pommerschen Diakonievereins in unserer Stadt. Was mit den Kirchplatzhäusern begann, fand mit dem Gertraudenstift, der Gertraudenpflege, verschiedenen sozialen Einrichtungen und jüngst dem Wohn- und Servicehaus seine gute, erfolgreiche Fortsetzung." Der Altbürgermeister überreichte Michael Bartels eine selbst gefertigte Chronik mit vielfältigen Dokumenten und Fotos zum Geschehen rund um die Kirchplatzhäuser.

Bei ihnen handelte es sich um die ältesten Gebäude der Stadt, die seit ihrem Leerzug bis zur Wende dem Verfall preisgegeben waren.

Bereits 1990 gab es dann erste gemeinsame Überlegungen von Denkmalpflege und Stadt zu möglichen Nutzungsvarianten.

Mit der Gründung einer "Seniorenhaus Kirchplatz gGmbH" am 2. November 1994, in welcher der Diakonieverein und die kommunale Stiftung "Hospital St. Spiritus" als Gesellschafter eng zusammenarbeiteten, begann die vom Land, vom Kreis und der Hansestadt geförderte Schaffung von 15 alters- und behindertengerechten Wohnungen, die dringend benötigt wurden. Schon am 20. April 1995 konnte unter großer Anteilnahme der Bevölkerung der Grundstein dafür gelegt werden. Die drei symbolischen Hammerschläge des Bürgermeisters galten dem Wiederaufbau des Stadtzentrums, dem Pommerschen Diakonieverein und den zukünftigen Bewohnern des Objektes. Bereits am 12. Juli 1996 wurde dann das Richtfest gefeiert und am 1. Januar 1997 zogen die ersten Mieter "Am Kirchplatz 1 - 6" ein. Zur offiziellen Einweihungsfeier am 10. Januar 1997 wurden sie natürlich ebenso eingeladen, wie alle, die beim Planen und Bauen beteiligt waren, sowie "alle interessierten und anteilnehmenden Demminerinnen und Demminer", wie es in der Einladung hieß.

Immerhin 2,8 Mio. DM wurden eingesetzt, um die Kirchplatzhäuser im Stadtzentrum zu sanieren, diesen städtebaulichen Missstand zu beseitigen und so drei Einraum- und elf Zweiraumwohnungen sowie eine Dreiraumwohnung zu schaffen. 

Die "Kirchplatzhäuser" mit ihrer langen Geschichte sind bis heute ein Schmuckstück neben der großen St. Bartholomaeikirche geblieben. Und ihre Mieter haben im neuen Wohn- und Servicehaus am Markt nun auch einen Gemeinschaftsraum, in welchem historische Bilder an den Wänden an das "alte Demmin" erinnern und zum Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen einladen.

 

Fotos: Günter Behnke

 

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Pommerscher Diakonieverein e.V. (01.02.2017)